Um 1135 erlangten die Babenberger
die Stadtherrschaft über Wien. Leopold IV. übertrug
im Tauschvertrag von Mautern (1137) dem Bischof von
Passau das Patronat über die Wiener Stadtkirchen. Kurze
Zeit später begann dieser mit dem Bau einer Kirche außerhalb
der Stadtmauern, die 1147 zu Ehren des Hl. Stephan geweiht
wurde. Unter Leopold V. (1177 bis 1194) erfuhr Wien
eine nachhaltige räumliche Erweiterung, in die auch
das Gebiet um den Stephansplatz einbezogen wurde. 1230/40
wurde ein Neubau der Stephanskirche begonnen. Teile
dieses spätromanischen Baues wurden in den späteren,
gotischen Dom einbezogen und sind bis heute (Westfront)
erhalten. 1304 begann man mit der Errichtung des dreischiffigen,
kreuzrippengewölbten Hallenchors.
1359 legte Herzog Rudolf IV., "der Stifter", den Grundstein
für das Langhaus und den durch seine Höhe von 137 m
beeindruckenden Südturm, der zu den höchsten gotischen
Türmen Europas zählt. 1365 wurde St. Stephan zur Kollegiatskirche
erhoben. Da Rudolf IV. sich bei seinen Bauvorhaben in
erster Linie an Prag orientierte, lässt auch der Südturm
des Stephansdomes Prager Einflüsse erkennen. Er wächst
von einem quadratischen Grundriss zum Oktogon, wobei
die Baumasse mit zunehmender Höhe durch Maßwerk, Giebel
und Baldachine aufgelöst wird. Das obere Drittel bildet
schließlich ein achteckiger Helm mit einer bekrönenden
Kreuzblume. Die neuen Langhausmauern wurden rasch hochgezogen
und mit zwei Portalen versehen, welche in die Seitenschiffe
führen.
In der "restaurativen" Phase nach den Hussitenkriegen
wurde das Fenster über dem Riesentor 1420 vergrößert.
1433 wurde der Südturm vollendet, 1440 der Dachstuhl
auf die gotischen Langhausmauern aufgesetzt. Friedrich
IV. trieb diese letzte, spätgotische Ausbaukampagne
nach seiner Krönung zum deutschen König 1440 voran.
Im Laufe des 15. Jahrhunderts erhielten die originalen
Helme der Westtürme eine Steinverkleidung und Galerien.
1450 fand die Grundsteinlegung für den Nordturm statt.
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