Galerie Szaal - Wien Galerie Szaal
   
Marktleben vor dem Radetzky-Denkmal Am Hof
< zurück


Marktleben vor dem Radetzky-Denkmal Am Hof
Aquarell auf Papier
signiert
11 x 16 cm

Feldmarschall Johann Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz entstammte dem böhmischen Adel, seine Familie ist seit etwa 1328/29 im böhmischen Ritterstand nachweisbar. Nach dem Besuch des Theresianums trat er als Kadett in die Armee ein und nahm in der Folge an zahlreichen Kämpfen während der letzten Türkenkriege, gegen die französischen Revolutionsheere und später im Rahmen der Koalitionskriege teil. Er zeichnete sich als Organisator und Truppenführer aus, stieg zu immer höheren Positionen auf und trug schließlich wesentlich zum Sieg der Alliierten gegen Napoleon bei. 1831 wurde Radetzky zum Generalkommandanten der österreichischen Armee in Lombardo-Venetien ernannt. Unter ihm wurden die österreichischen Truppen in Italien ein Elitekorps. In siegreichen Schlachten schlug der 1836 zum Feldmarschall beförderte Radetzky die italienische nationale Revolution von 1848/49 nieder, blieb bis 1857 Generalgouverneur von Norditalien und wurde in der Folge vielfach ausgezeichnet.

 

Die Errichtung des Radetzkydenkmals betrieb ein im Jahre 1886 gebildeter Ausschuss unter dem Vorsitz Erzherzog Albrechts. Für die Aufstellung standen zunächst 21 Standorte zur Diskussion, darunter etwa der Platz vor der Votivkirche und auch der heutige Schmerlingplatz. Das Denkmal wurde von Caspar von Zumbusch geschaffen, der reliefierte Sockel von George Niemann. Dieser Sockel zeigt links Radetzky im Kriegsrat mit seinen Generälen Heß, Schönhals, d´Aspre, Wratislaw und Thurn, rechts Radetzky nach der Verkündigung des Waffenstillstandes am 6. 3. 1849, von Soldaten aller Waffengattungen und Nationen umjubelt, und vorne über dem Doppeladler auf dem Blitzbündel die Worte „In Deinem Lager ist Österreich“ (Grillparzer). Als idealen Aufstellungsort wählte man schließlich den Platz Am Hof. Hier wurde das Denkmal am 24. 4. 1892 vor dem damaligen Gebäude des Reichskriegsministeriums feierlich enthüllt, und auch das vorliegende Aquarell Carl Wenzel Zajiceks zeigt es an seinem angestammten Platz, umgeben von lebhaftem Markttreiben. 1912 wurde das Denkmal allerdings vor den Haupteingang des neuen Kriegsministeriums am Stubenring versetzt.