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Schneetreiben auf dem Passauer Platz
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Schneetreiben auf dem Passauer Platz
Aquarell auf Papier, mit zarten Weißhöhungen
signiert
14,5 x 10,3 cm

Im Zentrum des Passauer Platzes erhebt sich eine der ältesten Kirchen Wiens, Maria am Gestade, die heute von den Redemptoristen, einem in Italien gegründeten Orden, betreut wird. Ihr Name leitet sich aus der umgangssprachlichen Bezeichnung „Maria auf der G´stettn“ (= Uferböschung) ab, weil sie direkt am Steilabhang zu dem im heutigen Salzgries fließenden Donauarm stand und die Heimkirche der Holzflößer war.

1262 fiel der romanische Altbau dieser Marienkirche einem Brand zum Opfer. Die Brandruine stand am Grundstück einer Familie Greif, die 1332 an gleicher Stelle mit dem Bau einer einschiffigen Großkapelle begann, wie sie damals in ganz Österreich üblich war. Spätestens 1357 war diese Greif’sche Hauskapelle, die den Chor der heutigen Marienkirche bildet, fertig. Ende des 14. Jahrhunderts war Maria am Gestade auf mehreren Umwegen in den Besitz des Herzogs gekommen und sollte aus religiösen- und machtpolitischen Gründen, die gegen das Passauer Bistum gerichtet waren, zu einem „Dom“, d. h. zu einer Kollegiatskirche, erweitert werden. So entstand 1398 bis 1414 das Langhaus. Ironischerweise war bei Fertigstellung dieses Baus wieder das Passauer Bistum im Besitz der Kirche (bis 1783). Der siebeneckige, sieben Stock hohe Turm wurde um 1430 als Bindeglied erbaut. Der zierliche, in Filigran gearbeitete Steinhelm wirkt preziös wie Goldschmiedarbeiten und gehört zweifellos zum Schönsten, was die Wiener Gotik hervorgebracht hat. Das an der sehr schmalen, aber relativ hohen Westfassade gelegene Hauptportal hat einen bemerkenswerten Steinbaldachin und ist mit Reliefarbeiten (um 1419) verziert.

1805 kam Maria am Gestade als Folge der Josefinischen Reformen in staatlichen Besitz.


 

Kaiser Franz wollte hier die tschechische Nationalkirche Wiens einrichten, doch konnte der Staat aus Geldmangel das Vorhaben nicht selbst verwirklichen. Also übernahmen 1820, wie bereits erwähnt, die Redemptoristen die Kirche mit der Auflage, tschechische Seelsorge zu gewährleisten.