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Schneetreiben im Paradiesgärtchen
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Schneetreiben im Paradiesgärtchen
Aquarell auf Papier, mit zarten Weißhöhungen
signiert und bezeichnet
10,7 x 14,7 cm

„Bastei“ nannte man im Alten Wien den aus einer vorspringenden Geschützterrasse bestehenden Teil der im 16. und 17. Jahrhundert angelegten Befestigungswerke. Die Basteien dienten anfangs nur militärischen Zwecken und durften von Unbefugten nicht betreten werden. Diese Beschränkung wurde allerdings von Joseph II. aufgehoben, der die Glacis unter seinen besonderen Schutz stellte. In der Biedermeierzeit verloren die Basteien ihre militärische Bedeutung und wurden von den Wienern als Promenaden genutzt.

Nach der Sprengung der Löwelbastei durch die abziehende französische Besatzung (1809) wurde diese zwar 1811 bis 1816 wiederhergestellt, doch entstand 1817/18 auf der Bastei das sogenannte „jüngere Paradiesgärtchen“, im Volksmund auch „Paradeisgartel“ genannt. Sein Name geht auf das „ältere Paradeisgartel“ zurück, das hier 1755 bis 1760 vom Hofgärtner Adrian von Steckhoven angelegt worden war.

Das kleine Hofgebäude, das sich hier befand, überließ man dem aus Bergamo stammenden Italiener Peter Corti, der darin das berühmte Cortische Kaffeehaus einrichtete.

Dieses war über eine Rampe, die aus dem Volksgarten hinaufführte, erreichbar. Corti hatte dem österreichischen Staat wichtige Spionagedienste geleistet, weshalb Franz I. ihm und seiner Familie das Privileg verlieh, gegen einen Anerkennungszins die „Kaffeehausgerechtigkeit“ auszuüben.

Das Paradiesgärtchen entwickelte sich bald zum Treffpunkt der gehobenen Bürgerschaft und der Aristokratie. Das Cortische Kaffeehaus war tonangebend in der Wiener Gesellschaft, und die „Donnerstagreunionen im Paradeisgartel“ waren stets ein gesellschaftliches Ereignis. Erst 1872 wurde diese den Wienern liebgewordene Stätte abgetragen. Auf einem Teil des Areals entstand nun das neue Burgtheater, den Rest nimmt heute der Volksgarten ein.