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Neuer Markt mit Blick auf den Donnerbrunnen
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Neuer Markt mit Blick auf den Donnerbrunnen
Aquarell auf Papier
signiert und datiert 1913
16,4 x 20,7 cm

Der Hohe Markt erhielt im 13. Jahrhundert Konkurrenz durch den „Neuen Markt“, das wirtschaftliche Zentrum im Süden des babenbergischen Stadterweiterungsgebietes. Er reichte ursprünglich bis zur Kärntner Straße und war als „Mehlmarkt“ Hauptumschlagplatz für Getreide und Mehl. Schon im Jahre 1220 formierte der Neue Markt urkundlich einen wirklichen „Stadtplatz“, doch war sein Umfang noch um die Hälfte kleiner als heute, da noch die Stadtmauer (zur Zeit der dritten Stadterweiterung) mitten durch den Markt lief. Erst unter Ottokar, zwischen 1269 und 1277 erhielt der Neue Markt Gestalt und Umfang von heute. Im 15. Jahrhundert wurden hier auch Turniere und Rennen abgehalten, später traten Marionettenspieler und Seiltänzer auf.

Der von Georg Raphael Donner geschaffene Providentiabrunnen in der Platzmitte wurde 1737 bis 1739 im Auftrag der Stadt Wien errichtet: es war der erste öffentliche Auftrag zur Ausschmückung eines Platzes. In der Mitte des Brunnens, auf erhöhtem Sockel, befindet sich die Göttin „Providentia“ (lat. = Fürsorge, Vorsorge). Diese bezog sich wohl auf die Wasserversorgung Wiens.

Vier Knaben, Wasser speiende Fische in den Armen haltend, umgeben diese, während vier lebensgroße Gestalten, an der niederen Brüstung des Brunnenkranzes in anmutiger Stellung gelagert, die vier österreichischen Flüsse Enns, March, Traun und Ybbs repräsentieren. Für die Skulpturen schuf Donner nur Modelle, die Ausführung oblag Johann Nikolaus Moll. 1739 wurde der Brunnen enthüllt.

1770 mussten die nackten, aus Bleiguss gefertigten Figuren aufgrund moralischer Bedenken entfernt werden; sie kamen ins Materialdepot des Bürgerlichen Zeughauses, von wo sie dem Bildhauer Johann Martin Fischer von Erlach zum Einschmelzen übergeben wurden. Dieser bewahrte sie jedoch in der vollen Erkenntnis ihres hohen künstlerischen Wertes, ließ sie restaurieren und brachte es schließlich 1801 zuwege, dass sie wieder aufgestellt wurden. Nach Beschädigung wurden die Figuren 1871 neuerlich entfernt und durch Bronzeabgüsse ersetzt. Die empfindlichen Bleifiguren gelangten schließlich in den Besitz des Barockmuseums und wurden im Unteren Belvedere aufgestellt. Der Donnerbrunnen wurde während des 2. Weltkrieges aus Sicherheitsgründen abgetragen und erst 1947 wieder aufgestellt.