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Der Michaelerplatz mit Blick in den Kohlmarkt
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Der Michaelerplatz mit Blick in den Kohlmarkt
Aquarell auf Papier
signiert
19,5 x 26,2 cm

Der Michaelerplatz war vor allem immer Architekturplatz. Seinen heutigen Charakter erhielt er durch den 1728 begonnenen Ausbau der stadtseitigen Burgfassade, womit der Platz in den Dienst eines möglichst majestätischen Erscheinungsbildes der kaiserlichen Stadtresidenz gestellt wurde.

Der Platz selbst war aber bereits zur Zeit der Römer besiedelt. Hier lagen Stätten zur Versorgung und Erholung der Soldaten. Als Kreuzung zweier wichtiger Fernstraßen war der Michaelerplatz für den Wiener Raum schon damals bedeutungsvoll. Über die Achse Herrengasse – Augustinerstraße lief die römische Limesstraße am Kastell Vindobona vorbei, und der Verlauf Tuchlauben – Kohlmarkt war der Anfang der westlichen Fernhandelsstraße der frühmittelalterlichen Stadt. Im 12. Jahrhundert lag hier die „Kleine Vorstadt“, die dann am Ende dieses Jahrhunderts mit Wien vereint wurde.

Mit einiger Sicherheit kann angenommen werden, dass die heutige Michaelerkirche von der Pfarrei St. Stephan gestiftet und 1252 vollendet wurde, um dem neuen Wiener Stadtteil ein geistliches Zentrum zu geben.

Dieser Bau ist in wesentlichen Teilen noch erhalten, wurde allerdings im Laufe der Jahrhunderte erweitert und 1792 mit einer klassizistischen Fassade versehen.

Die Verbindung zwischen Michaelerplatz und Graben bildet der Kohlmarkt. Nach der Stadterweiterung unter Leopold VI., Ende des 12. Jahrhunderts, wurde die Straße zum Markt ausgebaut, wo man zuerst mit Holz und später mit Holzkohle handelte, wovon sich auch der Name ableitete. Im Laufe der Zeit entwickelt sich der Kohlmarkt zu einer der vornehmsten Straßen Wiens. Diese Ansicht von Carl Wenzel Zajicek zeigt auch das „Große Michaelerhaus“ (Kohlmarkt 11), das um 1710 von den Barnabiten, denen die Michaelerkirche 1626 von Ferdinand II. übergeben wurde, als Mietshaus erbaut wurde. Es ist heute das letzte erhaltene Barockhaus am Kohlmarkt.