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Das alte Kärntnertortheater
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Das alte Kärntnertortheater
Aquarell auf Papier
signiert
10,8 x 15,8 cm

Das Kärntnertortheater, das von Nikolaus Pacassi 1761 bis 1763 unmittelbar neben der Stadtmauer an der Stelle des kurz zuvor abgebrannten gleichnamigen Theaters erbaut worden war, wandte sich mit seiner Front dem Albertinaplatz zu. Aus Anlass dieses Neubaus musste auch die Kapelle an der Heiligen-Geist-Kirche abgerissen werden, da das neue Gebäude mehr Raum beanspruchte und um einige Meter versetzt war. Das Theater, über dem Haupteingang mit einem kaiserlichen Adler aus Stein und einer Bildsäule des Apollo geziert, war „kaiserliches Hoftheater“. Nach dem Tod Franz I. wurden die Bühnen sechs Monate geschlossen, bei der Wiedereröffnung (1766) wurde das Kärntnertortheater dem Ballettkompositeur Franz Hilverding übergeben, der durch die Pflege des Rokokoballetts und der getanzten Schauspiele eine neue Ära einleitete.

Joseph II. stellte 1780 das Kärntnertortheater unter seinen persönlichen Schutz. Der ab 1775 hier als Kapellmeister engagierte Antonio Salieri wurde zum „artistischen“ Leiter ernannt.

Eine ruhmreiche Entwicklung nahm das Theater unter der Leitung von Fürst Lobkowitz, der sich der deutschen und italienischen Oper verschrieb. So kam es zu zahlreichen wichtigen Ur- bzw. Erstaufführungen, so z. B. von Beethovens „Fidelio“ 1814, Webers „Freischütz“ 1821, Rossinis „Othello“ 1819 und seines „Barbier von Sevilla“ 1820. Mit dem italienischen Impresario Barbaja begann der Siegeszug der italienischen Oper über jene der deutschen Romantiker, doch engagierte Barbaja aus Gründen der Objektivität 1822 Konradin Kreutzer als Kapellmeister, der sogleich Weber einen Auftrag erteilte (Uraufführung von „Euryanthe“ 1823). 1828 übernahm Barbajas Kompagnon, der Tänzer Louis Antoine, das Theater und erregte mit dem Engagement von Fanny Elßler und Maria Taglioni Aufsehen. 1849 kam das Kärntnertortheater wieder in die unmittelbare Verwaltung des Hofes. Am 8. 2. 1870 fand die letzte Vorstellung statt, anschließend wurde es abgetragen. Denn die neue Hofoper, 1861 bis 1869 erbaut, war am 25. 5. 1869 eröffnet worden. Auf dem freigewordenen Platz ließ sich Eduard Sacher 1874 bis 1876 ein Hotel erbauen.