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Das Kärntnertor
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Das Kärntnertor
Aquarell auf Papier
signiert
10,5 x 15,5 cm

Das alte Kärntnertor wurde unter Kaiser Leopold I. 1660 bis 1672 erbaut und kam an die Stelle des früheren Kärntnerturmes, der hier ehemals zum Schutze des Stadtausganges gestanden hatte. Das Kärntnertor hatte sowohl gegen die Stadt als auch gegen die Außenseite reich verzierte Fassaden und stand etwa zwischen den beiden Häusern der Kärntner Straße Nr. 42 und 49. Das Wappen über dem Fahrtor dürfte älter als der Bau selbst sein und aus der Zeit Ferdinands I. (1503 bis 1564) stammen. Vermutlich war es ursprünglich am alten, 1531 erbauten und 1673 vermauerten älteren Kärntner Tor angebracht. Erst im Jahr 1838 erweiterte Kaiser Ferdinand I. das alte Kärntnertor mit dem linken Gehweg und gab der Brücke eine gerade Richtung.

Das Kärntnertor war das ausgeschmückteste Tor der Stadtmauer, da die Ausfahrtsstraße Richtung Kärnten die wichtigste war. Auf der im vorliegenden Aquarell von Carl Wenzel Zajicek dargestellten Innenseite prangte über dem Fahrtore ein breiter Doppeladler mit einer Krone aus Sandstein.

Der Doppeladler zeigte ein geviertes Wappen als Brustschild, umgeben von der Kette des Ordens vom goldenen Vlies. Auf dem Brustschild waren die Hoheitszeichen Alt-Ungarns, Böhmens, Österreichs und Altburgunds dargestellt. Über den beiden Hauptsäulen waren rechts das böhmische und links das ungarische Wappen angebracht, und über beiden Fußgängerdurchgängen befanden sich Löwenköpfe, die wohl ebenso wie das Wappen aus der Zeit Ferdinands I. stammten. Über dem rechten Gehtor in einer Bogennische befand sich der sogenannte „Fenstergucker“. Hierbei handelte es sich vermutlich um den kaiserlichen Festungsbaumeister und Zunftmeister der Steinmetze, Bonifaz Wolmuet, der das Kärntner Tor erbaut haben soll.

Die Fassade der Vorstadtseite trug über dem Einfahrtstor das große Reichsschild und zu beiden Seiten einen einköpfigen Adler, rechts mit einem Zepter und links mit einem Schwert, und in der Mitte eine große Pyramide mit Wappen auf einem Piedestal.