
Blick in die Herrengasse vom Michaeler Platz
Aquarell auf Papier
signiert und datiert 1909
25,8 x 20 cm
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Die heutige Herrengasse
ist in ihrem Verlauf beinahe identisch mit einem schon
in der Römerzeit bekannten Verkehrsweg. Im Mittelalter
wurde sie erstmals im Jahre 1216 unter dem Namen „Hochstraße“
erwähnt und führte vom Stadtgebiet in die
Auen des heutigen 9. Bezirks. Noch im 15. Jahrhundert
findet sich diese Bezeichnung für die Strecke zwischen
dem Schottenkloster und dem Lobkowitzplatz. Als sich
wegen der Nähe des Hofes der Adel anzusiedeln begann
und die Stände („Herren“) 1513 hier
das Landhaus errichteten, findet sich erstmals 1547
für den zwischen der Freyung und dem Michaelerplatz
gelegenen Teil die Bezeichnung „Herrengasse“,
doch wurde der alternierend aufscheinende Name „Hochstraße“
erst 1710 endgültig verdrängt.
Schon bald reihten sich hier prachtvolle Palais mit
klingenden Namen aneinander – so etwa die Palais
Herberstein, Modena, Liechtenstein, Trautson, Abensberg-Traun,
Ferstel oder Porcia, um nur einige zu nennen. Bis in
die Gegenwart prägen viele dieser Prachtbauten
das Erscheinungsbild der Herrengasse und beherbergen
darüber hinaus wichtige Ämter wie z. B. Bundesministerien.
Das ehemalige Landhaus beispielsweise, das heutige Palais
Niederösterreich, ist nun Sitz des österreichischen
Außenministeriums sowie auch glanzvoller Ausstellungsort
der alljährlichen Wiener Internationalen Kunst-
und Antiquitätenmesse.
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