| Als das Gebäude 1897 abgerissen
wurde, gab dieser Vorgang Kraus den Anlass für den Titel
seiner satirischen Abrechnung.
Über das vorläufige Ende des berühmten Literatencafés
"Griensteidl" schrieb Karl Kraus: "Wien wird jetzt zur
Großstadt demoliert. Mit den alten Häusern fallen die
letzten Pfeiler unserer Erinnerungen, und bald wird
ein respektloser Spaten auch das ehrwürdige Café Griensteidl
dem Boden gleich gemacht haben. Ein hausherrlicher Entschluss,
dessen Folgen gar nicht abzusehen sind. Unsere Literatur
sieht einer Periode der Obdachlosigkeit entgegen, der
Faden der dichterischen Produktion wird grausam abgeschnitten."
Nachdem das Palais Dietrichstein der "Gewalt" gewichen
war, wurde hier das Palais Herberstein erbaut, und die
Künstler mussten sich eine neue Heimstätte suchen. Die
Rolle des Literatencafés wurde in den folgenden Jahren
vor allem von den Cafés "Museum", "Herrenhof" und "Central"
übernommen. Erst 1990 wurde an der ursprünglichen Stelle
wieder ein Kaffeehaus eröffnet und die "Legende Griensteidl"
damit wieder zum Leben erweckt. |