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DER GRABEN
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Der Graben
Aquarell auf Papier
signiert und datiert 1913
16,5 x 24,4 cm

Durch Jahrhunderte war der Graben Sammelpunkt des öffentlichen Lebens und Hauptverkehrspunkt der Stadt. 1294 erstmals urkundlich erwähnt, breitete sich das neue "Nobelviertel" in Folge der Übersiedlung der Burg an ihren heutigen Standort in die Umgebung des Graben aus. Der Name reicht aber viel weiter in die Vergangenheit zurück: Der Graben verdankt seine Bezeichnung dem Befestigungsgraben, der um das römische Lager Vindobona verlief, und der zwischen 1180 und 1200 zugeschüttet und verbaut wurde. Seit 1693 bildete die Pestsäule den zentralen Schaupunkt, diese war aber nicht topographischer Mittelpunkt des Graben, sondern zur nordseitigen Häuserfront hin situiert.

Der Graben war immer pulsierendes Zentrum des Wiener Lebens - als Marktplatz, Ort kirchlicher und weltlicher Feste und Corso der Flaneure. Auch seine Häuser stifteten Identität. Doch zwischen 1866 und 1912, dem Jahr der Vollendung des Trattnerhofes, entwickelte sich am Graben eine intensive Bautätigkeit, die sein Erscheinungsbild wesentlich veränderte.

Die privaten Familienhäuser und Adelspalais verschwanden zugunsten von Prachtbauten des Großbürgertums, Versicherungspalästen und neuen Geschäftshäusern. Um zu größeren Einheiten zu kommen, wurden meist mehrere Parzellen zusammengelegt. Doch dank der Kleinheit der Liegenschaften sowie der vielen in den Graben einmündenden Straßen und Gassen blieb auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kein Spielraum für große Baublöcke, wie man sie in Paris oder London errichten konnte. Daher erhielt sich der Graben im Erscheinungsbild seine individuelle Vielfalt.