Durch Jahrhunderte war
der Graben Sammelpunkt des öffentlichen Lebens und Hauptverkehrspunkt
der Stadt. 1294 erstmals urkundlich erwähnt, breitete
sich das neue "Nobelviertel" in Folge der Übersiedlung
der Burg an ihren heutigen Standort in die Umgebung
des Graben aus. Der Name reicht aber viel weiter in
die Vergangenheit zurück: Der Graben verdankt seine
Bezeichnung dem Befestigungsgraben, der um das römische
Lager Vindobona verlief, und der zwischen 1180 und 1200
zugeschüttet und verbaut wurde. Seit 1693 bildete die
Pestsäule den zentralen Schaupunkt, diese war aber nicht
topographischer Mittelpunkt des Graben, sondern zur
nordseitigen Häuserfront hin situiert.
Der Graben war immer pulsierendes Zentrum des Wiener
Lebens - als Marktplatz, Ort kirchlicher und weltlicher
Feste und Corso der Flaneure. Auch seine Häuser stifteten
Identität. Doch zwischen 1866 und 1912, dem Jahr der
Vollendung des Trattnerhofes, entwickelte sich am Graben
eine intensive Bautätigkeit, die sein Erscheinungsbild
wesentlich veränderte. |