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Das alte Burgtheater
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Das alte Burgtheater
Aquarell auf Papier
signiert und datiert 1912
18 x 25 cm
Maria Theresia erteilte 1741 Josef Selliers, dem Pächter des Kärntnertortheaters, die Erlaubnis, auf eigene Kosten das "Hofballhaus" nächst der Burg und das dabei befindliche "kleine Stöckl" in ein Theater umzuwandeln und gab so den Anstoß zum alten Burgtheater. Seine endgültige Gestalt erhielt dieses Hoftheater erst im Jahre 1756. Erwähnenswert ist, dass sich gegen den Michaelerplatz der Bühnentrakt befand und nicht, wie dies die Theaterfassade vorgab, die Hofloge und der Zuschauerraum.

Dieses Theater in der Burg führte zu Beginn meist französische Dramen und italienische Singspiele auf, doch das Bürgertum setzte sich bald auch für das deutsche Schauspiel ein. Kaiser Josef II. erhob das Hofburgtheater in den Rang eines Nationaltheaters. Seine erste Blüte erlebte das Burgtheater 1814 bis 1832 unter der Direktion von Josef Schreyvogel.
Die Neugestaltung Wiens seit 1858 und der geplante Ausbau der Hofburg am Michaelerplatz machten ein neues, größeres Burgtheater erforderlich, die letzte Vorstellung in der ursprünglichen Spielstätte fand am 12. Oktober 1888 statt. Der Abschied vom alten Hofburgtheater war für das theaterbegeisterte Wiener Publikum ein einschneidender Verlust, der durch den Kultstatus vieler Schauspieler und die Vertrautheit des Theaters als gesellschaftlicher Treffpunkt noch verstärkt wurde. Daher verwundert es nicht, dass die Besucher, als sie vom nahenden Abbruch des Gebäudes erfuhren, dieses nach der letzten Vorstellung fast zerlegten, um Erinnerungsstücke nach Hause zu tragen. Die schlichten Dekorationsstücke und die einfachen Gebrauchsmöbel des Theaters ließen Emotionen aufwallen und wurden eiligst "in Sicherheit" gebracht. Das prächtige neue Burgtheater am Ring musste sich die Gunst des Publikums erst langsam verdienen.

Carl Wenzel Zajicek widmete sich wiederholt der Darstellung des Michaelerplatzes mit dem alten Burgtheater. Diese 1912 entstandene Ansicht fertigte der Maler nach alten Vorlagen an, und er verewigte auch das sogenannte "Stöckl", in den Michaelerplatz hineinragende Bürgerhäuser.