Als einziger Rest der gesamten
großen Basteien und Wehranlagen hat das Areal
der Albertina die Schleifung der Stadtmauer im Jahr
1857/58 überdauert. Es vereinigt vier unterschiedliche
Gebäude: das barocke Palais, das Herzog Albert
und seiner Gattin Marie-Christine vom Kaiser geschenkt
wurde; den klassizistischen Erweiterungsbau, der das
Palais mit der Hofburg und dem Augustinerkloster verbindet;
das im 15. und 16. Jahrhundert errichtete Augustinerkloster
selbst; und die modernen unterirdischen Erweiterungsbauten
in der Bastei.
Herzog Albert, Sohn des Kurfürsten Friedrich August
von Sachsen, konnte aufgrund der Mitgift seiner Gattin
Marie-Christine, Lieblingstochter Maria Theresias, einer
regen Sammlertätigkeit nachgehen. Im Jahre 1776
übergab der genuesische Kunstkenner und österreichische
Gesandte Giacomo Conte Durazzo dem Herzogspaar in Venedig
etwa eintausend Kunstwerke sowie die Gründungsurkunde
der Sammlung Albertina, den „Discorso Preliminare“,
in dem das Gliederungssystem der zukünftigen Sammlung
festgelegt war.
Die wichtigsten Zuwächse verzeichnete die Sammlung
durch den Erwerb von 800 Zeichnungen aus der Kollektion
von Charles Joseph Prince de Ligne – darunter
wichtige Zeichnungen von Leonardo, Michelangelo und
Raffael – sowie 1796 mit dem Tausch von Druckgrafiken
gegen Zeichnungen der kaiserlichen Hofbibliothek. Auf
diese Weise gelangte – neben Hauptwerken von Rubens,
Rembrandt, oder Van Dyck – die berühmte Dürer-Sammlung
Kaiser Rudolfs II. in die albertinische Sammlung. Bis
heute steht dieser Bestand an Zeichnungen wie kein anderer
Sammlungsblock für die Identität und den Rang
der Albertina. 1816 erklärte Herzog Albert seine
Sammlung testamentarisch zum Fideikomiß und sicherte
sie damit als habsburgischen Familienbesitz dauerhaft
für Österreich.
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